Internationale Übereinkommen zum Schutz von Kindern

„Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen.“ (Artikel 24 der UN-Kinderrechtskonvention)

Die Durchsetzung von Kinderrechten ist elementar für wirksame Entwicklungszusammenarbeit. Dabei schlagen sich die Ziele von Entwicklungspolitik in völker-rechtlichen Verträgen nieder. Die wichtigsten dieser internationalen Übereinkommen zum Schutz von Kindern stellen wir kurz vor: 

UN-Kinderrechtskonvention (1989)
Im Übereinkommen über die Rechte des Kindes vom 20.11.1989 (UN-Kinderrechtskonvention) verpflichten sich die Vertragsstaaten, alle geeigneten Gesetzgebungs-, Verwaltungs-, Sozial- und Bildungsmaßnahmen zu treffen, um das Kind vor jeder Form körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung, Schadenszufügung oder Misshandlung, vor Verwahrlosung oder Vernachlässigung, vor schlechter Behandlung oder Ausbeutung einschließlich des sexuellen Missbrauchs zu schützen, solange es sich in der Obhut der Eltern oder eines Elternteils, eines Vormunds oder anderen gesetzlichen Vertreters oder einer anderen Person befindet, die das Kind betreut (Art. 19 Abs. 1). In Artikel 24 wird festgehalten: „Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen.“

Afrikanische Charta über die Rechte des Kindes (1990)
Nach dem Vorbild der UN-Kinderrechtskonvention trat 1999 ferner die Kinderrechtscharta (African Charter on the Rights of the Child) der Organisation für Afrikanische Einheit in Kraft, wobei beide Konventionen weitgehende Übereinstimmungen aufweisen. Die Kinderrechtscharta bleibt hinter dem Schutz der Kinderrechtskonvention insoweit zurück, als sie keinen Anspruch auf soziale Absicherung vorsieht, geht allerdings über sie hinaus, als z.B. das Verbot gefährlicher kultureller Praktiken, welche die Gesundheit des Kindes beeinträchtigen, normiert ist. Außerdem unterzeichnete die Nachfolgeorganisation der Organisation für Afrikanische Einheit, die Afrikanische Union (AU), im Jahre 2006 die "African Youth Charter", welche 2009 in Kraft trat.

Millenniumserklärung mit den Entwicklungszielen (2000)
Auf einem Gipfeltreffen der Vereinten Nationen im September 2000, an dem die Vertreter von 189 Ländern teilnahmen, wurde die sogenannte Millenniumserklärung, eine Agenda für die internationale Politik im 21. Jahrhundert abgegeben, die vier programmatische, sich wechselseitig beeinflussende und bedingende Handlungsfelder für die internationale Politik beschreibt, nämlich 1. Frieden, Sicherheit und Abrüstung, 2. Entwicklung und Armutsbekämpfung, 3. Schutz der gemeinsamen Umwelt und 4. Menschenrechte, Demokratie und gute Regierungsführung. Aus der Millenniumserklärung wurden später acht internationale Entwicklungsziele abgeleitet, die Millenniums-Entwicklungsziele (Millennium Development Goals, MDGs), u.a. solche mit explizitem Bezug zu Frauen- und Kinderrechten, nämlich allen Kindern eine Grundschulausbildung zu ermöglichen (MDG 2), die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern und die Rechte von Frauen zu stärken (MDG 3), die Kindersterblichkeit zu verringern (MDG 4) sowie die Gesundheit der Mütter zu verbessern (MDG 5).

Maputo-Protokoll (2005)
Die 53 Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union (AU) verabschiedeten bei einem Gipfeltreffen in Maputo das Protokoll für die Rechte von Frauen und Mädchen in Afrika (Maputo-Protokoll) zu der im Jahre 1986 verabschiedeten Afrikanischen Charta der Menschenrechte und Rechte der Völker. In dem umfassenden Katalog der zu schützenden Rechte wird unter dem Abschnitt „Beseitigung schädlicher Praktiken“ (Art. 5) explizit das Ziel aufgenommen, jede Art der weiblichen Genitalverstümmelung zu bekämpfen.

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