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Geburtshilfestation für Gomboro

Die Sterblichkeitsrate bei Müttern und ihren Babys ist in unserem Einsatzgebiet, dem medizinischen Distrikt Tougan, extrem hoch. Dr. Roland Sanou ist als Leiter dieses Distrikts für über 273.000 Menschen zuständig und berichtet, dass die Lage insbesondere in den vielen entlegenen Dörfern desaströs ist. Ärztliche Mangelsituation, zu frühe und häufige Schwangerschaften, fehlende Geburtshilfe und die Folgen der Genitalverstümmelung sind hier die größten Risiken für Schwangere.

Die Frauen und Mädchen entbinden zuhause ohne Hebamme. Daraus resultieren vielfältige Komplikationen bei Müttern und Kindern, häufig mit Todesfolge. Da drei Viertel aller Frauen Opfer von Genitalverstümmelung sind, ist eine natürliche Entbindung aufgrund von Narbengewebe oft nicht möglich. Aber auch wenn eine Schwangere eine lokale Gesundheitsstation erreicht, gibt es dort keinen Arzt, der im Notfall einen Kaiserschnitt durchführen könnte. Von unserer Projektgemeinde Gomboro aus muss man für ärztliche Versorgung in die Klinik der Provinzhauptstadt Tougan fahren - auf 75 km größtenteils Sandpiste, die in der Regenzeit kaum passierbar ist.

Wir bauen eine Geburtshilfestation für Gomboro

Um diese Lage zu verbessern, bauen wir in der Gemeinde Gomboro seit April 2017 eine Geburtshilfestation (Maternité). In der neuen Maternité können künftig pro Monat etwa 80 Entbindungen durchgeführt und täglich 100 schwangere Frauen und Mütter zu Konsultationen empfangen werden. Ziel des Projekts ist, 8.000 Frauen aus Gomboro sowie 68.000 weitere Frauen, Mädchen und Kinder aus dem Einzugsgebiet Zugang zu Geburtshilfe und ärztliche Vor- und Nachsorge zu verschaffen. Die Neugeborenen werden fachkundig versorgt und durch Impfungen vor den häufigsten Erkrankungen geschützt.

Geburtshilfe und Vorsorge sicherstellen

Ziel ist neben der professionellen Geburtshilfe, den werdenden Müttern auch Vorsorgeuntersuchungen anzubieten und sie nach der Entbindung zu versorgen und zu unterstützen. Gemeinsam mit dem Gesundheitspersonal und der örtlichen Frauenorganisation ASMED führen wir Beratungen zu Mutter-Kind-Gesundheit durch und informieren über den weiblichen Zyklus, Verhütungsmethoden, sexuell übertragbare Erkrankungen sowie die Behandlung der Folgen von Genitalverstümmelung, um die sexuelle und reproduktive Gesundheit von Frauen grundlegend zu verbessern.

Unterstützen Sie Mütter und Babys

Dank der Zuschüsse von Sächsischer Jugendstiftung und Bundesentwicklungsministerium sind 75 Prozent der Kosten gedeckt. Es fehlen uns noch rund 8.000 Euro für die Ausstattung der Geburtshilfestation mit Betten, Schränken und medizinischen Geräten wie zum Beispiel Ultraschall. Wenn Sie uns dabei unterstützen möchten, spenden Sie bitte.