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Patenmädchen im SAIDA-Mädchenschutzprogramm Patenmädchen im SAIDA-Mädchenschutzprogramm Foto: Gnabana Forogo (Projektkoordinator Burkina Faso)

Mädchenschutzprogramm in Burkina Faso

In Burkina Faso setzen sich seit vielen Jahren couragierte Menschen dafür ein, dass Mädchen unversehrt aufwachsen können. Ihnen ist zu verdanken, dass die Genitalverstümmelung bereits seit 1996 unter Strafe steht. SAIDA versucht deshalb, diese Initiativen ausfindig zu machen und sie zu unterstützen. Seit 2011 arbeiten wir mit der Gemeinde Gomboro im Norden des Landes daran, Mädchen wirksam zu schützen. 

„‚Wir wollen nicht, dass sich jemand in unsere Kultur einmischt.‘ Auf diese Parole können sich sicher viele Afrikaner verständigen. Aber die Genitalverstümmelung ist nicht das geeignete Thema, um darüber zu streiten, wer das Recht hat für ihre völlige Abschaffung einzutreten. Jede Frau – nein, jeder Mensch – muss gegen diese grausame, frauenfeindliche Misshandlung aufstehen. Wir müssen diesen Kampf für die Würde der Frau solidarisch führen.“  
aus: Waris Dirie, Desert Children, 2005

Meist fehlen lokalen Initiativen die finanziellen und organisatorischen Möglichkeiten für breit angelegte Kampagnen und Programme zum Schutz der Kinder. Wir fördern zum Beispiel speziell die lokale Frauenorganisation, die sich auch für besonders bedürftige Gruppen wie Witwen und deren Kinder einsetzt. Unsere Arbeit in und mit der Gemeinde Gomboro soll dafür sorgen, die Situation von Kindern und Frauen grundlegend zu verbessern. 

Das Leben in dieser Region ist extrem entbehrungsreich und die Menschen sind überwiegend damit beschäftigt, ihr Überleben zu sichern. Deshalb verknüpfen wir die Mädchenschutzarbeit mit konkreten Maßnahmen für Bildung, Gesundheit und Einkommenssicherung und arbeiten dafür eng mit den regionalen Autoritäten zusammen. Unerlässlich ist das Einverständnis von traditionellem Dorfchef und Ältestenrat. In öffentlichen Diskurs und Aufklärung sind alle Gruppen einbezogen, die zum Mädchenschutz beitragen können, wie Polizei, Lehrerschaft, Frauengruppen und religiöse Autoritäten. Die kostenfreie Nummer des nationalen Notruf Genitalverstümmelung wird verbreitet und die Bevölkerung dazu ermutigt - auch anonym - den Notruf zu wählen.

Um Mädchen in Gomboro wirksam schützen zu können, haben wir ein Patenschaftsprogramm gegründet. Mit den Eltern der Patenmädchen, für die wir in Deutschland Paten suchen, schließen wir Verträge. Diese Vereinbarungen beinhalten, dass die Mädchen der Familie weder Genitalverstümmelung noch Frühehe ausgesetzt werden. Die Eltern willigen ein, dass die Mädchen an jährlichen Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen. Zudem verpflichten sich die Eltern, dass die Mädchen die Schule abschließen dürfen. Erfreulicherweise möchten von Jahr für Jahr mehr Familien an dem Programm teilnehmen. 

Die Dorfgemeinschaft übernimmt jetzt aktiv Verantwortung für den Mädchenschutz. Damit dieses innovative Programm gesichert und ausgebaut werden kann, suchen wir noch viele Patinnen und Paten für die Mädchen im Programm. Gern können auch Familien, Freundeskreise oder Schulklassen gemeinsam eine Patenschaft übernehmen.

Unsere Projektregion in Burkina Faso