Weibliche Genitalverstümmelung
Obwohl Genitalverstümmelung (engl. Female Genital Mutilation, kurz FGM) heute weltweit als Menschenrechtsverletzung geächtet ist und gegen zahlreiche internationale Übereinkommen verstößt, werden immer noch jedes Jahr Millionen Mädchen Opfer dieser Gewalt (Schätzung 2026: 5,5 Millionen).
Dabei werden den Kindern der sichtbare Teil der Klitoris (Klitoridektomie) und häufig auch die Labien (Exzision) herausgeschnitten, um eine eigenständige Sexualität zu unterdrücken, sie besser kontrollieren zu können und ihre untergeordnete Stellung in der Gesellschaft festzuschreiben. In manchen Ländern und Regionen werden über 90 Prozent aller Mädchen durch diese Verstümmelung gequält, körperlich schwer geschädigt und oft lebenslang traumatisiert (etwa Somalia, Guinea und Ägypten).
Es wird keine validen Daten zur Mortalität. Doch Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 15 Prozent der Opfer sterben. Entweder an den direkten Folgen (z.B. Verbluten, Infektionen) oder Spätfolgen, etwa bei der Entbindung. Weltweit leben derzeit 230 bis 260 Millionen Mädchen und Frauen mit den verheerenden körperlichen und seelischen Folgen dieser Misshandlung weiter.
Die betroffenen Kinder werden durch diese schwersten Misshandlungen um ihre grundlegenden Rechte – nämlich auf Leben, Würde, körperliche und seelische Unversehrtheit – gebracht.
"Mittlerweile ist FGM ein weltweites Gewaltphänomen, das in einem System umfassender Diskriminierung der weiblichen Bevölkerung existiert. Die Bekämpfung dieser Verbrechen ist aber nicht nur unter rechtlichen und ethischen Gesichtspunkten geboten. Eine konsequente Ahndung und wirksame Prävention würde auch enormes Entwicklungspotential in den betreffenden Ländern freisetzen. Deshalb haben wir 2011 im westafrikanischen Burkina Faso ein Mädchenschutzprogramm aufgebaut, das nachweisbaren Schutz der Mädchen sichert." (Simone Schwarz, Gründerin SAIDA International).