Situation in Europa

„Der Tag wird kommen, da werden die Töchter aufbegehren und ihre Mütter verklagen. Und mit ihnen werden all jene auf der Anklagebank sitzen, die wegschauten, anstatt uns zu beschützen.“
Durch Migration leben betroffene Frauen und gefährdete Mädchen auch in Europa.
Schätzungen gehen davon aus, dass in Europa über 600.000 Mädchen und Frauen von Genitalverstümmelung betroffen sind. Rund 190.000 minderjährige Mädchen gelten als gefährdet.
Auch in Deutschland leben betroffene Frauen und gefährdete Mädchen.
FGM ist damit keine ferne Realität. Sie ist eine konkrete Herausforderung für den Kinderschutz in europäischen Rechtsstaaten.
Schutz und Hilfen in Deutschland
SAIDA reagierte 2018 mit der Gründung der ersten spezialisierten Fachberatungsstelle für Mädchen und Frauen bei Genitalverstümmelung in Mitteldeutschland.
Unsere Beratung ist kostenlos, vertraulich und offen für alle, die Unterstützung in diesem Kinderschutz- und Frauenrechtskontext benötigen.
Als anerkannter Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe arbeiten wir in konkreten Gefährdungsfällen mit Jugendämtern zusammen. Mütter wenden sich an uns, um ihre Töchter zu schützen. Kinderärztinnen, Gynäkologinnen, Hebammen, pädagogische Fachkräfte und Beratungsstellen suchen unsere Expertise, wenn sie eine Betroffene begleiten oder eine Gefährdung vermuten.
Wir unterstützen präventiven Kinderschutz ebenso wie konkrete Hilfen für Betroffene. Zudem qualifizieren wir Fachkräfte aus Medizin, Pädagogik, Sozialer Arbeit sowie Mitarbeitende aus Ämtern und Behörden.
Mit dem SAIDA Kompetenzzentrum – in Kooperation mit dem Klinikum St. Georg – ermöglichen wir multidisziplinäre Versorgung einschließlich rekonstruktiver Eingriffe nach aktuellem medizinischem Standard.