PadEveryGirl

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Die Autoritäten von Koupéla weihen die Handwaschstationen ein

Pad Every Girl

Menstruationsgesundheit, Bildung und Schutz vor FGM in Uganda

Menstruation darf Bildung nicht behindern. Doch für viele Mädchen in Uganda sind sichere Menstruationsprodukte unerschwinglich. Manche müssen alte Stoffreste oder sogar Schaumstoff aus Matratzen verwenden. Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Msichana Uganda haben wir deshalb Menstruationsgesundheit mit Aufklärung, Bildung und dem Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt verbunden.

Von August 2023 bis Juli 2024 erreichte „Pad Every Girl“ insgesamt 2.517 Mädchen und Frauen. Verteilt wurden 4.748 Sets lokal gefertigter, wiederverwendbarer Menstruationsbinden. Im ländlichen Distrikt Kween entstand außerdem der erste SAIDA Safe Club: ein schulischer Ort für Aufklärung und gemeinsames Engagement gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM).

Das Projekt

„Pad Every Girl“ verbindet drei Dinge, die untrennbar zusammengehören: Zugang zu sicheren Menstruationsprodukten, Wissen über den eigenen Körper und Schutz vor Gewalt.

Die wiederverwendbaren Menstruationsbinden wurden vor Ort gefertigt und an Schulen sowie bei Veranstaltungen in den Distrikten Mpigi und Kween ausgegeben. Jede Teilnehmerin erhielt eine bebilderte Anleitung zur Anwendung, Reinigung und Aufbewahrung – auf Englisch und in der jeweiligen lokalen Sprache. In den Workshops gaben Mädchen das Gelernte unmittelbar an Gleichaltrige weiter.

Das Projekt richtete sich insbesondere an Mädchen und junge Frauen, die infolge von Armut und diskriminierenden sozialen Normen einem erhöhten Risiko für Schulabbrüche, frühe Heirat, frühe Schwangerschaften oder FGM ausgesetzt sind. Auch Mütter, Lehrerinnen und weitere Frauen aus den Gemeinden nahmen an den Angeboten teil.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem abgelegenen Distrikt Kween in der Sebei-Region, in der FGM trotz des gesetzlichen Verbots weiterhin praktiziert wird. Überlebende von FGM, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Gemeindeälteste sowie Vertreterinnen und Vertreter des Distrikts wurden in die Aufklärungsarbeit einbezogen.

Am 6. Februar 2024, dem Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung, wurde an der Kwosir Girls’ Secondary School der erste SAIDA Safe Club gegründet. Die Schülerinnen und Schüler organisierten dort Diskussionen, Informationsveranstaltungen und Präsentationen zu FGM. Dabei wurden ausdrücklich auch Jungen und Männer angesprochen: Wirksamer Schutz gelingt nur, wenn die gesamte Gemeinschaft Verantwortung übernimmt.

Wirkung

2.517 Mädchen und Frauen erreicht

Insgesamt erhielten 2.517 Mädchen und Frauen wiederverwendbare Menstruationsprodukte und praktische Informationen zu deren sicherer Nutzung.

4.748 Menstruationssets verteilt

Nach den ersten Ausgaben zeigte sich, dass ein Set für einen vollständigen Menstruationszyklus häufig nicht ausreichte. Gerade im kühlen und regenreichen Kween trocknen die Binden langsam und können aus Scham oder fehlender Privatsphäre nicht immer im Freien aufgehängt werden. Das Projektteam reagierte unmittelbar: 2.231 Teilnehmerinnen erhielten jeweils zwei Sets.

Die Rückmeldungen der Nutzerinnen waren eindeutig: Die Binden wurden als bequem, hygienisch und zuverlässig beschrieben. Durch die Wiederverwendbarkeit entfällt zudem die monatliche finanzielle Belastung für Einwegprodukte.

Wissen, das weitergegeben wird

Bebilderte Anleitungen erleichterten die Vermittlung auch dort, wo Teilnehmerinnen nur eingeschränkt lesen und schreiben können. Mädchen demonstrierten ihren Mitschülerinnen selbst, wie die Binden verwendet, gereinigt und aufbewahrt werden. So wurden sie nicht nur Empfängerinnen, sondern aktive Wissensvermittlerinnen.

Menstruationsgesundheit stärkt Bildung

Verlässliche Menstruationsprodukte beseitigen eine ganz konkrete Hürde für die regelmäßige Teilnahme am Unterricht. Mädchen können sich in der Schule sicherer bewegen, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und selbstbewusster mit ihrer Menstruation umgehen.

Ein neuer Ort für den Schutz vor FGM

Mit dem SAIDA Safe Club entstand an der Kwosir Girls’ Secondary School eine schulische Struktur, in der Jugendliche über FGM sprechen, gesellschaftlichen Druck hinterfragen und eigene Aktionen entwickeln können. Die Verbindung von Menstruationsgesundheit und Gewaltprävention stärkt Mädchen umfassend – in ihrem Alltag, in ihrer Bildung und in ihrem Recht auf körperliche Unversehrtheit.

 

Corona Burkina Faso
Winifred Nakandi von Msichana bei der Aufklärungsarbeit

Was ist das Ziel?

Mit unseren lokalen Partner:innen setzen wir fünf konkrete Maßnahmen um:

  • Aufklärungskampagne durch mobile weibliche Teams
  • Hygieneschulungen für Lehrkräfte
  • Anschaffung von 300 Handwaschstationen für Schulen
  • Schulung von lokalen Hygienebeauftragten
  • Förderung von Frauen bei der Herstellung von Seife

„Pad Every Girl“ wurde von Msichana Uganda mit Unterstützung von SAIDA International e.V. umgesetzt.

Das Projekt wurde im Rahmen des EZ-Kleinprojektefonds der Stiftung Nord-Süd-Brücken mit Mitteln des Freistaates Sachsen gefördert. Für die Umsetzung standen Fördermittel von bis zu 27.095 Euro zur Verfügung. Msichana Uganda beteiligte sich mit erheblichen Eigenmitteln und übernahm darüber hinaus notwendige zusätzliche Ausgaben. SAIDA hat den in der Förderrichtlinie verankerten Eigenanteil übernommen und dank Spenden aufbringen können.

Projektlaufzeit: August 2023 bis Juli 2024
Projektregionen: Distrikte Mpigi und Kween, Uganda
Lokale Partnerorganisation: Msichana Uganda

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