Rechtliche Lage

Alles über Motiv, Folgen und Verbreitung der Praktik

Rechtslage in Afrika

Die Praktik der Genitalverstümmelung wurde erstmalig auf der UN-Menschenrechtskonferenz 1933 als Menschenrechtsverletzung eingestuft. Laut der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 verstößt sie gegen die Würde des Menschen (Art.1), das Recht auf Leben (Art. 3) und das Verbot von Folter (Art. 5). In einem Menschenrechtsvertrag wurde die Praktik jedoch erst 2003 explizit erwähnt (Maputo Protokoll). Mit der Ratifizierung des Protokolls verpflichteten sich 36 afrikanische Staaten gesetzliche Verbote der Praktik zu erlassen. 

Anbei findet sich eine Übersicht aller afrikanischen Länder, die Gesetze gegen Genitalverstümmelung erlassen haben. Einige haben diese erst als Reaktion auf das Maputo Protokoll erlassen, andere wie Burkina Faso verfügen bereits seit 1996 über ein solches Gesetz. Jedoch variieren die Inhalte und die Implementierung der Gesetze stark. Die Härte der Bestrafung reicht von Geldstrafe bis hinzu Todesstrafe. Im Tschad ist Genitalverstümmelung beispielsweise verboten, jedoch ist keine Bestrafung vorgesehen. Inwiefern die Gesetze tatsächlich umgesetzt werden, unterscheidet sich von Land zu Land und ist nur schwer nachzuvollziehen.

Übersicht aller afrikanischen Länder, die ein Gesetz gegen FGM erlassen haben 

Land

Jahr

Ägypten  2008
Äthiopien 2004
Burkina Faso 1996
Benin 2003
Dschibuti 1995
Elfenbeinküste 1998
Eritrea 2007
Ghana 1994
Guinea 1965
Kamerun 2016
Kenia 2001
Madagaskar 1998
Mauretanien 2005
Niger 2003
Nigeria 2015
Senegal 1999
Südafrika 2005
Tansania 1998
Togo 1998
Tschad 2003
Zentralafrikanische Republik 1966

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