Genitalverstümmelung

Alles über Motiv, Folgen und Verbreitung der Praktik

Obwohl Genitalverstümmelung (engl. Female Genital Mutilation, kurz FGM) heute weltweit als Menschenrechtsverletzung geächtet ist und gegen zahlreiche internationale Übereinkommen verstößt, werden immer noch jedes Jahr etwa 3 Millionen Mädchen Opfer dieser Gewalt. 

Dabei werden den Kindern die Klitoris und häufig auch die Schamlippen herausgeschnitten, um eine eigenständige Sexualität zu unterdrücken, sie besser kontrollieren zu können und ihre untergeordnete Stellung in der Gesellschaft festzuschreiben. In manchen Ländern und Regionen werden über 90 Prozent aller Mädchen durch diese Verstümmelung gequält, körperlich schwer geschädigt und oft lebenslang traumatisiert.

Die genitale Verstümmelung von Mädchen ist weltweit die am meisten unterschätzte Verletzung der Menschenrechte und der Rechte der Frau zugleich. 
Ayaan Hirsi Ali, Frauenrechtlerin

Etwa 15 Prozent der Opfer sterben an den direkten Folgen (z.B. Verbluten, Infektionen) oder Spätfolgen, etwa bei der Entbindung. Weltweit leben derzeit 200 Millionen Mädchen und Frauen mit den verheerenden körperlichen und seelischen Folgen dieser Misshandlung weiter. 

Die betroffenen Kinder werden durch diese schwersten Misshandlungen um ihre grundlegenden Rechte – nämlich auf Leben, Würde, körperliche und seelische Unversehrtheit – gebracht. Mittlerweile ist Genitalverstümmelung ein weltweites Gewaltphänomen, das in einem System umfassender Diskriminierung der weiblichen Bevölkerung existiert.

Die Bekämpfung dieser Verbrechen ist aber nicht nur unter rechtlichen und ethischen Gesichtspunkten geboten. Eine konsequente Ahndung und wirksame Prävention würde auch enormes Entwicklungspotential in den betreffenden Ländern freisetzen.

Über SAIDA International e.V.

Wir setzen uns für die Umsetzung von Frauen- und Kinderrechten in Entwicklungsländern ein. Schwerpunkte unserer konkreten Projektarbeit sind Mädchenbildung, Schutz vor Genitalverstümmelung und Kinderehe, Stärkung von Frauen sowie die Verbesserung der reproduktiven Gesundheit. 

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