Weibliche Genitalverstümmelung

Was ist Genitalverstümmelung?
Obwohl Genitalverstümmelung (engl. Female Genital Mutilation, FGM) weltweit als Menschenrechtsverletzung anerkannt ist und gegen zahlreiche internationale Übereinkommen verstößt, sind weiterhin jedes Jahr Millionen Mädchen betroffen. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass im Jahr 2026 weltweit 4,5 Millionen Mädchen gefährdet sind.
Entfernt werden der sichtbare Teil der Klitoris (Klitoridektomie) sowie häufig auch die Labien (Exzision), dazu mehr im Bereich "Praktik". Ziel ist die Kontrolle weiblicher Sexualität und die Festschreibung einer untergeordneten gesellschaftlichen Stellung von Mädchen und Frauen. In einigen Ländern – etwa Somalia, Guinea oder Ägypten – sind über 90 Prozent eines Jahrgangs betroffen.
Genitalverstümmelung ist ein globales Gewaltphänomen, das in strukturellen Formen geschlechtsspezifischer Diskriminierung verankert ist. Ihre Bekämpfung ist nicht nur rechtlich und ethisch geboten, sondern zentral für nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung.
Wie setzt sich SAIDA für den Schutz vor Genitalverstümmelung ein?
SAIDA verbindet internationale Präventionsarbeit mit spezialisierter Fachberatung in Deutschland.
Internationale Präventionsprojekte
In Burkina Faso engagieren sich seit vielen Jahren couragierte Menschen dafür, dass Mädchen unversehrt aufwachsen können. Ihnen ist es zu verdanken, dass Genitalverstümmelung dort bereits seit 1996 unter Strafe steht. Häufig fehlen jedoch die finanziellen Mittel, um Schutzmaßnahmen konsequent umzusetzen.
Seit 2011 arbeitet SAIDA mit lokalen Partnerinnen in der Provinz Sourou zusammen. Gemeinsam wurde ein Mädchenschutzprogramm aufgebaut, das den Schulbesuch sichert und konkrete Schutzvereinbarungen mit den Familien umfasst. Eltern verpflichten sich darin unter anderem, ihre Töchter weder Genitalverstümmelung noch Frühehe auszusetzen. Zum Schutz der Mädchen gehören regelmäßige medizinische Vorsorgeuntersuchungen.
Fachstelle und Schutzarbeit in Deutschland
Genitalverstümmelung ist kein fernes Problem. Auch in Deutschland leben zehntausende betroffene Mädchen und Frauen, weitere gelten als gefährdet.
SAIDA betreibt eine spezialisierte Fachberatungsstelle, die Betroffene begleitet, Fachkräfte berät und konkrete Schutzmaßnahmen koordiniert. Wir unterstützen Jugendämter, Schulen, medizinisches Personal und soziale Einrichtungen dabei, Gefährdungslagen frühzeitig zu erkennen und rechtssicher zu handeln. In unserem SAIDA Kompetenzzentrum am Klinikum St. Georg Leipzig werden Mädchen und Frauen multidiszplinär versorgt.
Unser Ansatz verbindet Prävention, Intervention und umfassende psychosoziale Versorgung – mit dem Ziel, Mädchen wirksam zu schützen und betroffene Mädchen und Frauen bestmögliche Unterstützung zu geben.
In welchem Alter sind Mädchen gefährdet?
Erschreckende Zahlen

In manchen Ländern werden 90 % der Mädchen dieser Gewalt ausgeliefert, nur eins von zehn Mädchen bleibt unversehrt.
Jährlich werden über 4 Millionen Mädchen auf diese Weise gequält und leiden oft ein Leben lang an den schweren Folgen.


In manchen Ländern werden über 90 Prozent aller Mädchen durch diese Verstümmelung gequält, körperlich schwer geschädigt und oft lebenslang traumatisiert.
2020 werden 4 Millionen Mädchen Opfer dieser Gewalt. Bis 2030 werden nach UN-Angaben 68 Millionen Mädchen der Verstümmelungsgefahr ausgesetzt sein.

Etwa 15 Prozent der Opfer sterben an den direkten Folgen (z.B. Verbluten, Infektionen) und an Spätfolgen, etwa bei der Entbindung, schätzt die WHO.