8. Forum FGM: Rekonstruktive Versorgung nach FGM
Rekonstruktive Eingriffe nach weiblicher Genitalverstümmelung (female genital mutilation, FGM) sind grundsätzlich als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung möglich. In der Praxis gibt es dafür in Deutschland jedoch nur sehr wenige qualifizierte Angebote.
Moderne, evidenzbasierte vulvo-klitorale Rekonstruktion wird nicht flächendeckend angeboten – und häufig entweder
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privatärztlich vermarktet oder
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nach veralteten Operationsmethoden durchgeführt.
Das führt zu Verunsicherung bei Fachkräften und zu falschen Annahmen bei betroffenen Frauen und Mädchen:
Wer kann das wirklich? Wo? Und was muss für die Kostenübernahme beachtet werden?
Genau hier setzt das 8. Forum FGM an.
Prof. Dr. Thomas Kremer, Chefarzt am Klinikum St. Georg Leipzig, stellt die moderne vulvo-klitorale Rekonstruktion vor, wie sie im SAIDA-Kompetenzzentrum angewendet und als GKV-Leistung abgerechnet wird – inklusive Indikationsstellung, OP-Ablauf und Qualitätsstandards.
Simone Schwarz, Geschäftsführerin von SAIDA International e.V., erläutert das dahinterstehende multidisziplinäre Versorgungskonzept:
chirurgische Behandlung, psychosoziale Beratung, sexualpädagogische Begleitung und verbindliche Nachsorge – strukturiert und koordiniert.
Im Fokus stehen:
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Wer rekonstruktive Eingriffe fachlich qualifiziert durchführt – und wer nicht
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Welche OP-Methoden heute als Stand der Technik gelten
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Wie die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung konkret funktioniert
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Warum psychosoziale Begleitung kein „Add-on“, sondern Voraussetzung guter Versorgung ist
Ziel:
Handlungssicherheit für Fachkräfte – jenseits von Marketingversprechen, Mythen und privatwirtschaftlichen Interessen.
Zielgruppe:
Fachkräfte aus Gesundheitswesen, Beratungsstellen, psychosozialen Diensten, Gewaltschutz und Migrationshilfe.
Informationen zur Veranstaltung
| Beginn der Veranstaltung | 21.01.2026 - 14:00 |
| Veranstaltungsort | Online |