Genitalverstümmelung: Interaktives Bildungsmaterial

Liebe Lehrkräfte, liebe Schüler:innen, 

wir freuen uns, dass Sie und ihr das Thema weibliche Genitalverstümmelung im Unterricht aufgreifen. Je besser wir alle über diese Gewaltform informiert sind, desto eher können gefährdete Mädchen geschützt werden und Betroffene Unterstützung bekommen.

Wir haben dieses Unterrichtsmaterial entwickelt, um das Bewusstsein für die Praktik der weiblichen Genitalverstümmelung zu schärfen. Das Material soll dabei helfen, die Auseinandersetzung mit dem Thema zu unterstützen und zu erleichtern.

Die Inhalte wurden in flexibel kombinierbare Themen aufgeteilt, die in verschiedenem Umfang eingesetzt werden können. Wir empfehlen, das Material ab Klasse 9 einzusetzen. Ideal ist der Gemeinschaftsunterricht, aber einzelne Materialien sind auch sinnvoll einzubringen im Geografie- oder Fremdsprachenunterricht. 

Für die Lehrkräfte haben wir zusätzliche Informationen eingebaut. Diese finden sich unter dem kleinen "i", dort steht dann auch die jeweilige Dauer der Aktivitäten.

Gern kommen wir auch persönlich in Ihre und eure Schule. Dann können wir auch unsere Ausstellung "Wendemis Würde - Die Rolle von Mädchenschutz bei der Armutsbekämpfung" mitbringen.

Bei Fragen sind wir immer per Mail oder telefonisch erreichbar. 

Euer SAIDA-Team

P.S. Die Abkürzung FGM steht übrigens für female genital mutilation, das ist die englische Bezeichnung für weibliche Genitalverstümmelung.

P.P.S. Wofür die Abkürzung SDG steht, könnt ihr schnell selbst rausfinden.


 

Ziele für nachhaltige Entwicklung

Hier sollt ihr einen allgemeinen Überblick über die verschiedenen SDGs (engl.: Sustainable Development Goals) und deren Unterziele erlangen. Eine Einführung zu den SDGs findet ihr hier: 

Einführung Agenda 2030Einführung Agenda 2030

Besonders wichtig für uns ist das SDG 5: Geschlechter-Gerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen. Das fünfte nachhaltige Entwicklungsziel will die Gleichberechtigung der Geschlechter und Selbstbestimmung für Frauen und Mädchen gewährleisten. Frauen sollen gleichberechtigt am politischen, ökonomischen und öffentlichen Leben teilnehmen und an allen Entscheidungen beteiligt werden. Im folgenden seht ihr die vier Unterziele und die dazugehörigen Indikatoren. Anhand der Indikatoren wird gemessen, inwieweit die Ziele erreicht wurden.

Alle schädlichen Praktiken wie Zwangsheirat, Kinderheirat und Genitalverstümmelung bei Frauen und Mädchen zu beseitigen.

Indikator:
Anteil der Frauen und Mädchen, die vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet wurden.
Anzahl der Frauen und Mädchen zwischen 15 und 49 Jahren, die an ihren Genitalien verstümmelt wurden.

Die Diskriminierung von Frauen und Mädchen wird weltweit beendet

Indikator:
Gesetzliche Rahmenbedingungen, die sicherstellen, dass eine Gleichstellung der Geschlechter gewährleistet wird und damit die Nicht-Diskriminierung aufgrund des Geschlechts zu fördern und zu implementieren.

Alle Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen im öffentlichen und privaten Bereich zu beenden. Dazu gehört jede Form der sexuellen Gewalt und andere Formen der Ausbeutung.

Indikator:
Anteil der Frauen und Mädchen, die Opfer von sexueller Gewalt und häuslicher Gewalt wurden in den letzten 12 Monaten.

Allgemeiner Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechten

Indikator:
Anteil der Frauen und Mädchen zwischen 15 und 49, die selbstbestimmt über ihre sexuellen Beziehungen und Schwangerschaft entscheiden können.
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264 Millionen Mädchen und Frauen leben derzeit weltweit mit den schweren Folgen von FGM. Und auch in Deutschand sind schätzungweise 22.500 Mädchen von der schweren Form der Gewalt, der weiblichen Genitalverstümmelung bedroht. FGM ist eine schwere Menschenrechtsverletzung mit lebenslangen körperlichen und psychischen Folgen für betroffene Mädchen und Frauen. Durch verstärkte Migration und Flucht ist FGM auch ein wachsendes Problem in Deutschland und ein Straftatbestand, der als eine Form des Kindesmissbrauchs eingestuft wird. Wer eine Genitalverstümmelung in Deutschland oder Ausland durchführt oder bei dieser hilft, macht sich strafbar und es drohen bis zu 15 Jahre Gefängnisstrafe. Daher ist es wichtig, dass Mädchen nicht nur vor dieser Praxis geschützt werden, sondern dass auch Mädchen, die dieser Praktik unterzogen wurden, unterstützt werden. 

Was heißt eigentlich FGM?

Die englische Abkürzung FGM steht für „female genital mutilation“, weibliche Genitalverstümmelung. Der Begriff wurde 1990 vom Inter-African Commitee on Harmful Traditional Practices (IAC) beschlossen. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat FGM in ihren offiziellen Sprachgebrauch übernommen. Häufig wird aber von „Mädchenbeschneidung“ oder „weiblicher Genitalbeschneidung“ gesprochen. Die Mitglieder des IAC mit Initiativen in 29 afrikanischen Ländern, Europa und Australien lehnen solche Begriffe als verharmlosend ab, denn sie schaden dem Kampf gegen diese Gewalt. SAIDA unterstützt die Forderung des IAC an die Weltöffentlichkeit, konsequent den Begriff Genitalverstümmelung zu verwenden.

Äußere weibliche Genitalien

Bei diesem Thema geht es um die äußeren Genitalien der Frau. Es ist wichtig ist, dass alle wissen, was die verschiedenen Teile sind und welchen Zweck sie haben. Dies ist auch eine gute Möglichkeit, um sicherzustellen, dass die Klasse die korrekte Terminologie kennt und sich im Umgang mit ihr wohl fühlt. 

Aktivität 1: Bennennung der weiblichen Geschlechtsorgane

Plant für folgende Übung .. Minuten ein und ordnet die richtigen Begriffe zu. Durch das Klicken auf den jeweiligen Teil der Vulva erhaltet ihr noch mehr Informationen. 

Hier gehts zur Übung "Äußere weibliche Geschlechtsorgane"...Hier gehts zur Übung

Was ist Genitalverstümmelung?

Genitalverstümmelung ist ein äußerst gewalttätiger Eingriff in den Körper eines Mädchens, der schwerste Schäden hinterlässt, die nicht rückgängig gemacht werden können. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet als weibliche Genitalverstümmelung sämtliche Eingriffe, bei denen ein Teil der äußeren Geschlechtsorgane oder das gesamte äußere Genital aus nichtmedizinischen Gründen entfernt wird. Es gibt vier verschiedene Typen von FGM.
Es gibt verschiedene Arten von FGM, die sich nach dem Ausmaß des Schnitts richten. Dazu gehören Typ 1, Typ 2, Typ 3 oder Typ 4. Welche Art von FGM praktiziert wird, ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich und kann von der Tradition der Gemeinde und dem Grund für die Praktik abhängen. Im Bild unten seht ihr diese abgebildet.

Aktivität 2: Was ist Genitalverstümmelung?

Zur Einführung in das Thema könnt ihr unter folgendem Link die Wahr-oder-Falsch-Fragen beantworten:

Hier geht´s zur Einführung zu FGM...Hier geht´s zur Einführung zu FGM...
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Motive für Genitalverstümmelung

In dieser Aktivität geht es um einige der Gründe, warum Menschen FGM praktizieren.

Es werden viele Motive genannt, um die Praktik zurechtfertigen:

  • Schutz der Familienehre
  • Religiöser Ritus
  • Ästhetik und Reinheit
  • Tradition
  • Mythen

aber in Wahrheit dient FGM dazu, die Sexualität von Mädchen zu kontrollieren, sie gefügig zu halten und ihnen eine untergeordnete Position in der Gesellschaft zuzuweisen. Weibliche Genitalverstümmelung ist schädlich und in Deutschland eine Straftat.
Es ist wichtig, die Mythen rund um FGM zu entkräften, insbesondere die Vorstellung, dass FGM eine religiöse Pflicht ist. Es gibt keine Beweise dafür, dass der Islam, das Christentum, das Judentum oder irgendeine andere Religion FGM unterstützt.

Verbreitung von FGM

Weltweit sind viele Millionen Mädchen und Frauen betroffen. Laut Schätzungen sind 264 Millionen Frauen und Mädchen zwischen 15 und 49 von FGM betroffen. Jedes Jahr kommen weitere 4 Millionen Mädchen hinzu.

FGM wird hauptsächlich in Afrika praktiziert wird, aber nicht ausschließlich. Neben 28 afrikanischen Ländern wird FGM ebenfalls in arabischen Ländern, z.B. Jemen, Oman und Irak und asiatischen Ländern, z.B. Malaysia und Indonesien praktiziert.

Aktivität 3: Verbeitung vom FGM

In der Übung "Verbreitung von FGM" seht ihr, dass FGM ein globales Gewaltphänomen ist. Nehmt euch.... Minuten Zeit, die Übung durchuführen. 

Hier geht´s zur Übung "Verbreitung von FGM"Hier geht´s zur Übung

„Wenn Bäume Puppen tragen“

In dem Kurzfilm "Wenn Bäume Puppen tragen" (2010) von İsmail Şahin geht es um ein Mädchen, das von ihrer Familie ins Herkunftsland gebracht wird, um dort der Genitalverstümmelung unterzogen zu werden. Der Film ist nicht grafisch und man sieht nicht, wie das Mädchen verstümmelt wird.
Anhand des Films könnt ihr sehen, wie ein in Deutschland lebendes Mädchen von FGM bedroht sein kann und welche Umstände zum Vollzug der Praktik führen. Die Bilder des Films veranschaulichen den verheerenden Eingriff in das Leben der jungen Mädchen und den unwiederbringlichen Verlust der Unbeschwertheit.

Aktivität 4: Diskutiert die folgenden Fragen zum Film in den nächsten 10 Minuten in eurer Klasse:
  1. Warum streiten sich Nabilas Mutter und die andere Frau?
  2. Warum will Nabilas Mutter dieses Ritual?
  3. Welche Rolle spielt ihr Vater/ die Männer?
  4. Warum reisen Sie dazu nach Afrika?
  5. Hätten Sie FGM auch in Deutschland machen können?
  6. Wer ist die schmutzige, zerzauste junge Frau?
  7. Was macht sie?
  8. Wo lebt sie und warum?
  9. Warum grüßt Nabila das Nachbarmädchen nach ihrer Rückkehr nicht?
  10. Nabila hat keine Puppe mehr. Wofür stehen die Puppen, die im Baum hängen?
  11. Wofür steht der Baum?

Wo Betroffene Hilfe bekommen können

Hier geht es darum, über einige Orte, Personen oder Institutionen zu sprechen, an die sich Betroffene wenden können, um Hilfe und Unterstützung zu erhalten. 
Klickt auf die einzelnen Bilder um mehr Inforamtionen zu bekommen.

Was du tun kannst

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Damit FGM effektiv bekämpft werden kann und Mädchen geschützt werden können, ist es wichtig die breite Bevölkerung zum Thema zu sensibilisieren. Wie kann das gehen? Ganz einfach! Sprich mit Freunden und Familie offen über das Thema Genitalverstümmelung. Teile Inhalte auf deinen Social Media Kanälen, beispielsweise zum „Internationalen Aktionstag Nulltoleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung“ am 6.2.
SAIDA hat eine Mädchenschutz-Initiative ins Leben gerufen, um Menschen in Deutschland auf das Thema FGM aufmerksam zu machen und deutlich zu machen, dass FGM uns alle etwas angeht. Du kannst die Initiative unterstützen, indem du, wie schon beschrieben, über FGM sprichst. Darüber hinaus kannst du unser Sharepic teilen oder ein Bild von dir und dem Hashtag machen und veröffentlichen und an SAIDA senden. Informiere dich hier zur Initiative und wie du sie unterstützen kannst: https://ihr-schutz-bist-du.de/#darum-geht-es
Mach dich schlau! Informiere dich zu Menschenrechten und Mädchenrechten. Informiere dich auf unserer Website oder der von UN Women zu Frauen- und Kinderrechten. Erfahre alles über die Agenda 2030 und ihre 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Und vor allem über Ziel 5, die Gleichstellung der Geschlechter.
Um SAIDAs Arbeit in Deutschland oder Burkina Faso zu unterstützen, kannst du eine Spendenaktion starten. Diese kann in Form eines Kuchenbasar, Filmabend zu Frauenrechten, Flohmarkt oder Spendenlauf sein. Hier sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. Jeder Euro zählt im Kampf gegen FGM.
Das könnten Beispiele für Anzeichen sein, dass ein Mädchen von FGM bedroht oder betroffen ist: - Ein besonderer Anlass oder eine Zeremonie findet statt, bei der ein Mädchen "zur Frau wird" oder "auf die Ehe vorbereitet wird". - Ein Mädchen fehlt unerwartet oder lange in der Schule. - Ein Mädchen vollzieht eine auffällige Verhaltensveränderung und wirkt plötzlich traurig, verängstigt und verstört. - Sprich das Mädchen an und biete Hilfe an. Such dir Hilfe bei den Unterstützungsmöglichkeiten: Lehrkräfte oder Schulsozialarbeiter:innen können helfen.
Das Projekt wird gefördert durch:
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Über SAIDA International e.V.

Wir setzen uns seit 2010 für die Umsetzung von Frauen- und Kinderrechten in Entwicklungsländern ein. Schwerpunkt unserer Projekte ist der wirksame Schutz von Mädchen vor Genitalverstümmelung – sowohl in den Herkunftsländern als auch in Deutschland.

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