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Istanbul-Konvention: Hilfe bei Genitalverstümmelung

SAIDA-mobil-1000 Veronika Weixler und Josefine Fitchett (v.l.) bilden SAIDAs mobiles Beratungsteam

Wie kann eigentlich die Istanbul-Konvention zur Schaffung verbindlicher Rechtsnormen gegen Gewalt an Frauen und häusliche Gewalt in die Praxis umgesetzt werden? Das zeigen wir mit dem neuen Projekt „SAIDA mobil - Prävention und Hilfen bei Genitalverstümmelung in Mitteldeutschland.

Das 2011 geschlossene „Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt", auch bekannt als Istanbul-Konvention, verpflichtet teilnehmende Staaten zur Schaffung verbindlicher Rechtsnormen gegen geschlechtsspezifische Gewalt.

Auch Deutschland hat dieses Abkommen im Jahr 2011 unterzeichnet, welches 2018 in Kraft getreten ist. Artikel 25 der Istanbul-Konvention verpflichtet dazu, Opfern von geschlechtsspezifischer Gewalt und Trauma Hilfe und Beratung anzubieten. Konkret bedeutet das:

  • Wirksame Gesetze und entsprechende Rechtsprechung bei Gewalt gegen Frauen
  • Gezielte Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung der Bevölkerung
  • Beratungsangebote durch ausgebildete Fachkräfte
  • Anwendung dieser Rechtsnormen in Asylverfahren zum Schutz von Mädchen und Frauen vor drohender Gewalt in ihren Heimatländern

Soweit so gut. Doch wie werden diese Maßnahmen zum Schutz von Mädchen und Frauen in Deutschland in die Praxis umgesetzt?

Exemplarisch steht hier das Bundesinnovationsprogramm "Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen"Bundesinnovationsprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), welches aktiv zur Umsetzung der Istanbul-Konvention beitragen soll.

SAIDA wird seit April 2021 aus dem Bundesinnovationsprogramm gefördert. Mit dem Projekt „SAIDA mobil - Prävention und Hilfen bei Genitalverstümmelung in Mitteldeutschland" ist unser Ziel betroffenen und gefährdeten Mädchen und Frauen Hilfe zuzusichern. Genitalverstümmelung ist eine besonders schwerwiegende Form von geschlechtsspezifischer Gewalt. Besonders in einer Region, wo es bislang keine spezialisierte Anlaufstelle gibt, möchte SAIDA mobil aufklären und praktische Hilfestellung anbieten.

Entsprechend erweitert die SAIDA Beratungsstelle ihren Wirkungskreis mittels eines mobilen Beratungsteams von Leipzig und Sachsen auf ganz Mitteldeutschland. Denn auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen leben Mädchen und Frauen in Erstaufnahmeeinrichtungen und Flüchtlingsunterkünften, die aufgrund von drohender oder vollzogener Genitalverstümmelung geflüchtet sind. SAIDA mobil sensibilisiert die Fachkräfte, die mit ihnen in Kontakt sind, damit diese sie an die Beratungsstelle und das SAIDA Kompetenzzentrum in Leipzig vermitteln. Das bedeutet aber nicht, dass alle Hilfesuchenden nach Leipzig reisen müssen. SAIDA mobil etabliert vor Ort feste Sprechstunden und Workshops in den bereits vorhandenen Strukturen. Gemeinsam mit den neuen Kooperationspartner:innen veranstalten wir auch Fachtage und Netzwerktreffen, um so das Thema Genitalverstümmelung auch in Mitteldeutschland fest zu verankern.

Darüber hinaus bietet SAIDA mobil medizinischen und sozialpädagogischen Fachkräften in Sachsen-Anhalt und Thüringen, Fortbildungsangebote zum adäquaten Umgang mit dem Thema Genitalverstümmelung an, welche zu kompetenter Hilfestellung und effektiver Prävention beitragen. Sprachmittlung für die Betroffenen sowie Weiterbildung für Sprach- und Kulturmittlerinnen unterstützen alle Prozesse.

SAIDA mobil setzt die Ziele der Istanbul-Konvention praktisch um und hilft so Mädchen und Frauen beim Verbessern ihrer Sexualgesundheit und Einfordern ihrer reproduktiven Rechte.

Fluchtgrund Genitalverstümmelung – wird Deutschlan...

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Dienstag, 21. September 2021

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Über SAIDA International e.V.

Wir setzen uns seit 2010 für die Umsetzung von Frauen- und Kinderrechten in Entwicklungsländern ein. Schwerpunkt unserer Projekte ist der wirksame Schutz von Mädchen vor Genitalverstümmelung – sowohl in den Herkunftsländern als auch in Deutschland.

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